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Dachdecker- und Zimmerer-Innung Köln

Die Historie

Die Ursprünge des Kölner Dachdeckerhandwerks
 
Dach und Dachdeckung sind uralt, im Grunde so alt wie die Menschheit selbst. Der erste Baukörper, den der Mensch sich schuf, war ein künstlicher Schutz, ein bis auf den Boden herabgezogenes Dach aus Baumrinde, Stroh oder pflanzlichem Pflechtwerk.
Bedacht – also durch ein Dach geschützt – waren die Wohnstätten der Menschen seit alters her.
Der Dachdecker kann wohl für sich in Anspruch nehmen, der älteste Bauhandwerker der Menschheitsgeschichte zu sein.
 
Mit der Entwicklung der Menschheit hat sich auch die Arbeit des Dachdeckers, wenn auch mit anderen Arbeitsinhalten und unter anderen Bezeichnungen, weiterentwickelt. Ebenso sind die Werkstoffe und Dachkonstruktionen, Baustile und Bauformen seit jeher einem großen Wandel unterworfen. Ziel und Zweck der Arbeit des Dachdeckers hat sich allerdings nicht verändert. Er hat nach wie vor die Aufgabe, den Menschen und dessen Eigentum vor den Gefahren der Umwelt und der Witterung zu schützen.
 
Der selbstständige Beruf des Dachdeckers ist schon seit dem 13. Jahrhundert unter den Bezeichnungen Ziegler, Steindecker, Leiendecker oder Schieferdecker nachweisbar.
 
Strohdächer, die auch in Köln häufig Verwendung fanden, wurden im 16. Jahrhundert wegen der bestehenden Feuergefahr durch eine Bauordnung verboten. An ihre Stelle trat das Leien- (Schiefer) dach. Damit war die fachgewerbliche Entwicklung des Dachdeckerhandwerks nicht mehr aufzuhalten.
 
 
Von der Zunft zur Innung
 
In den Kölner Chroniken wird im 14. Jahrhundert erstmals die Bezeichnung „Leiendeckeramt“ erwähnt. Amt war die Bezeichnung für den einzelnen Handwerkszweig. Die Zünfte hießen in Köln auch „Bruderschaft“. Mehrere miteinander befreundete Bruderschaften wurden „Gaffelgesellschaft“ genannt.
Die Zünfte oder Bruderschaften im Mittelalter stärkten das Zusammengehörigkeitsgefühl der einzelnen Handwerkszweige. Sie regelten das Verhältnis zwischen Meister, Geselle und Lehrling und förderten das Fachwissen der Mitglieder. Nur dem besonderen Kenntnisstand und den meisterlichen Fertigkeiten früherer Handwerker haben wir prunkvolle Bauten, die Jahrhunderte überstanden haben, zu verdanken.
Dies gilt auch für den Dachdecker, der Hofbauten, Kirchen und Dome mit kunstvollen Dächern geschmückt hat.
 
In der Mitte des 14. Jahrhunderts wurden die ersten Krisenzeichen zwischen dem Kölner Handwerk und den herrschenden Patriziern sichtbar. Zu deutlich war das Missverhältnis von wirtschaftlicher Stärke des Handwerks und fehlendem politischem Mitspracherecht. Die Spannungen wuchsen, bis sich am 18. Juni 1396 die Zünfte und einige Kaufmannsgaffeln gegen die vorherrschenden Patrizier erhoben und in einem unblutigen Aufstand das endgültige Ende der Herrschaft durch das Patriziat herbeiführten.
Am 14. September des gleichen Jahres gaben sich alle Ämter und Gaffelgesellschaften einen Verbundbrief, der über 400 Jahre als Verfassungsurkunde der Stadt Köln Bestand hatte. Auch die Leiendecker (Dachdecker) sind in diesem Verbundbrief erwähnt. Zum Zeichen der Machtübernahme und des Sieges über die Patrizier errichteten die Kölner Handwerker in den Jahren 1407 bis 1414 den Rathausturm, den wir heute noch besichtigen können.
 
Im Jahre 1551 gaben sich die Leyendecker (neuere Schreibweise mit ey) eine Verordnung zur Durchführung der Meisterprüfung. Schon damals war die Aus- und Fortbildung im Dachdeckerhandwerk formell geregelt. Die Anforderungen an die Meisterprüflinge waren einheitlich.
 
Zum Ausgang des späten Mittelalters kam es langsam zu einer Wende in der Geschichte der Stadt Köln und des Kölner Handwerks. Verschiedene Ereignisse im politischen und wirtschaftlichen Bereich schwächten die Stellung der Stadt Köln immer mehr, worunter auch das Handwerk zu leiden hatte. Mit dem Einzug der französischen Revolutionstruppen im Jahre 1794 wurde die auf dem Verbundbrief beruhende Verfassung der freien Reichsstadt Köln aufgehoben. Die Zünfte verschwanden zugunsten der Freizügigkeit von Gewerbe, Handel und Verkehr. Nach dem Abzug der Franzosen nahm die handwerkliche Berufsorganisation wieder Gestalt an. Mitte des 19. Jahrhunderts war die Gründung von Handwerksinnungen wieder möglich. Unter der Führung des ersten Obermeisters, Jakob Felten, formierten sich die Kölner Dachdecker und gründeten im Jahre 1884 die Dachdecker-Innung Köln. Die folgenden Jahrzehnte bescherten dem Kölner Dachdeckerhandwerk auch aufgrund der beiden Weltkriege eine wechselhafte Geschichte. Aber schon zum 75-jährigen Innungsjubiläum im Jahre 1959 zeigte sich das Kölner Dachdeckerhandwerk geschlossen und leistungsstark. Neben der Beratung der Mitgliedsbetriebe in allen Fragen der Gewerbeausübung stand die Vertretung der gemeinsamen Interessen der Kölner Dachdeckerbetriebe gegenüber Politik und Verwaltung im Vordergrund. Zum 100-jährigen Jubiläum im Jahre 1984 bezog die Dachdecker-Innung Köln gemeinsam mit der Straßen- und Tiefbau-Innung Köln, mit der sie seit Jahren eine Bürogemeinschaft betreibt, das eigene Schulungs- und Verwaltungsgebäude in Köln-Rodenkirchen. Einige Jahre später schloss sich die Zimmerer-Innung Köln dieser Bürogemeinschaft an.
 
Die Dachdecker-Innung Köln und ihre Mitglieder freuen sich auf die Zukunft.


Dachdecker-und Zimmerer-Innung Köln
Emil-Hoffmann-Straße 7
50996 Köln

Tel.: 02236 / 64141
Tel.: 02236 / 68504
Fax: 02236 / 67402

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